Brooks International
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Hiermit präsentiere ich meinen wohl fundiertesten Test überhaupt, denn den PureFlow besitze ich nun seit Herbst letzten Jahres. Ich suchte einen neuen Schuh, möglichst nicht so gegelt wie meine bisherigen, von denen ich regelmäßig Fußbeschwerden bekam. Die „natural running“-Welle schwappte gerade so richtig über, zugegeben: ich war skeptisch. Ist das wirklich was für Anfänger? Ich ließ mich in mehreren Laufläden beraten, tauschte mich im #twitterlauftreff aus. Fazit: man müsse es ausprobieren, für leichte Läufer ohne allzu große Macken im Laufstil sei es kein Problem, solange man sich langsam herantastet.

Eigentlich wollte ich mir den PureCadence zulegen – noch der „gestützteste“ Schuh der Purereihe, sofern man das Wort hier überhaupt anwenden kann. Dass das Modell restlos ausverkauft war, sprach Bände. Also wurde der Flow ausprobiert, mit Laufanalyse natürlich. Der feste Sitz am Fuß war sofort angenehm, das Laufgefühl ungewohnt. Durch die minimale Sprengung wird man quasi automatisch zum Mittelfußläufer, man kommt also nicht mehr mit der Ferse auf, wenn der Fuß den Boden berührt. Anfangs ist dies sehr ungewohnt, aber die Logik dahinter leuchtet ein: wer mit der Ferse aufkommt, bremst automatisch ein wenig ab. Wer im Mittelfußbereich aufkommt und dort abrollt, kann seinen Schwung voll ausnutzen.

Ich wurde gewarnt, dass diese Art zu Laufen anstrengender für Muskeln, Sehnen und Gelenke sei, daher empfahl mir der Verkäufer zunächst nicht mehr als 10 Kilometer am Stück damit zurückzulegen. Brav an die Vorgabe gehalten, merkte ich keinerlei Beschwerden – selbst beim ersten Lauf nicht, obwohl ich ihn gleich (wie meistens) auf Asphalt absolvierte. Mangels anderer geeigneter Schuhe lief ich im Winter und Frühjahr sämtliche Trainingeinheiten mit dem Flow – egal ob LongJog, Tempoeinheit oder Intervall. Auch auf diversen Wettkämpfen durfte es nur dieser Schuh sein.

Umso glücklicher war ich über mein zweites Paar im Testpaket, denn eins lässt sich leider nicht vermeiden: die Minimalisten halten natürlich nicht ganz so lange durch. Noch laufe ich mein schickes schwarzes Modell mit der türkisen Sohle, doch derzeit mische ich mit meinen anderen zwei Paar „Hauptlaufschuhen“. Die geniale weiße Variante erfreut mit der lilafarbenden Sohle jedes Mädchenherz und wird zurzeit von mir hauptsächlich auf dem Laufband und beim Mountainbike fahren benutzt. Sie sollen halt noch ein bisschen ihr schönes weiß behalten, denn meiner schwarzen Variante sieht man den häufigen Gebrauch doch mittlerweile sehr deutlich an.

Derzeit gibt es alle Pure Modelle in 3 schönen Farbvarianten, doch man munkelt bei Brooks, dass nun noch leuchtende Sommerfarben und ein ganz neues, noch leichteres Modell die Serie vervollständigen. Ansonsten ist der Flow natürlich atmungsaktiv und bequem wie sämtliche Brooksmodelle, durchaus auch Herbt- und Winter-tauglich, denn minimalistisch ist eben nur die Dämpfung und das Gewicht. Regen, Matsch und Schnee trotzt er wie jeder andere „Nicht-Trail-Schuh“ auch. Reflektoren und auffällige Farbkombinationen sorgen auch in der dunklen Jahrenzeit oder bei nächtlichen Sommerläufen für Sicherheit auf der Strecke.

Für mich ist das PureProjekt die perfekte Symbiose aus „Trainingsgerät“ und Laufschuh – ich entscheide mich immer sehr bewusst für den PureFlow, wenn ich meine Muskeln, Sehnen und Bänder mal ein bisschen fordern möchte oder aus Zeitmangel einen kurzen aber intensiven Trainingslauf absolvieren möchte. Trotzdem ist er natürlich auch für lockere und gemütliche Läufe geeignet – Schmerzen oder starken Muskelkater verspürte ich nie, man darf es eben anfangs nicht übertreiben, gerade wenn man zu Gelenkbeschwerden neigt oder eher ein „schwerere Läufer“ ist. Da ich auch gerne mal abseits der Wege querfeldein oder durch den Wald laufe, war sofort klar: ich brauche auf jeden Fall auch den PureGrit – das Trailmodell der Pureserie mit entsprechender Sohle in ähnlich tollem Design und gleichem Konzept. Mich haben diese Schuhe im Training wirklich weitergebracht, Fußschmerzen sind längst vergessen und man ist wirklich schneller, wenn kein supergegelte Sohle Schwung aus jedem Schritt nimmt. Nächste Anschaffung also logischerweise: der PureConnect! Hype hin oder her – ich bin und bleibe begeistert!!!

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