Brooks International
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In unserem aktuellen Paket an Testprodukten von Brooks befindet sich auch ein Modell, auf das wir sehr gespannt waren. Der Pure Grit ist der Offroader aus dem Pure Project. Großen Anteil an der Entwicklung hatte Scott Jurek, der seine Erfahrungen mit dem Brooks Cascadia in die Philosopie des Pure Project hat einfließen lassen. Rausgekommen ist ein Offroadschuh, der trotz allem einen natürlichen Laufstil ermöglichen soll.

Erster Kontakt

Beim Auspacken fällt uns direkt das angenehm geringe Gewicht auf. Der Schuh ist für das Gelände konzipiert und weist daher eine steifere Sohle auf als z. B. der Pure Connect. Verglichen mit normalen Trainern ist die Sohle aber vergleichbar flexibel und ermöglicht ein vernünftiges Abrollen.  In unserer Farbstellung kommt das Obermaterial in braun in Wildleder-Optik und die seitliche Sohle, sowie einige Nähte und der Rand des Logos in blau daher. Diese Kombination bewegt sich für uns zwischen seriös und dezent – Brooks kann auch anders. Es gibt ihn nämlich noch in schwarz/grün und auffälligem rot/grün. Man kann den Grit auch sehr gut in der Freizeit tragen.

Wenn man den Schuh in die Hand nimmt und mal genauer hinsieht fallen einem wieder ein paar nette Details ins Auge. Die seitlichen Brooks-Logos und Nähte auf dem NavBand sind aus reflektierendem Material hergestellt. Die oberste Öse für die Schnürsenkel ist der Fortsatz eines reißfesten Bandes, das über den Knöchel bis zur Ferse geführt wird. Hierdurch wird dieser Teil des Schuhes ebenfalls fest an den Fuß gelegt.

Die Schnürsenkel sind mit diesen kleinen Verdickungen versehen, die das Risiko vermindern, dass sich der Knoten löst. Das NavBand fällt beim Grit deutlich breiter aus, als beim von uns getesteten Connect. Das führt zu noch mehr Halt im Schuh und einem besseren Sitz, auch wenn man den Schuh gar nicht stramm bindet. Personen mit hohem Spann werden das zu schätzen wissen.

Beim ersten Anziehen hat man sofort dieses Brooks-Wohlfühl-Erlebnis. Es fühlt sich so an, als wenn sich der Schuh an den Fuß schmiegt. Komfort pur.

Zwei Elemente der Sohle unterstützen besonders das natürliche Laufen. Die Flex-Kerbe in der Sohle zwischen dem großen und dem nächsten Zeh gibt dem Vorderfuß mehr Flexibilität beim Aufsetzen des Fußes. Die IDEAL-Heel erleichtert das Aufsetzen des Mittelfußes bzw. verhindert das Aufsetzen der Ferse. Eine überstehende Fersenkonstruktion, bei Modellen anderer Hersteller, zwingt die Läuferin / den Läufer dazu, zuerst mit der Ferse aufzusetzen. Fehlt dieser Überstand oder ist die Ferse sogar abgerundet, wie bei den Pure Project Modellen, kann man sich viel schneller das Laufen über den Mittelfuß angewöhnen. In unseren Augen ist dies die Voraussetzung für einen natürlichen Laufstil, wenn man nicht auf seinen Schuh verzichten möchte. Und natürliches Laufen ist in unseren Augen – unter normalen Umständen – die Voraussetzung für schmerzfreies Laufen.

Laufgefühl

Wenn man die ersten Laufschritte im Pure Grit macht, fällt die gut abgestimmte Dämpfung auf. Die Zwischensohle aus Brooks BioMoGo DNA ist keinesfalls schwammig, und gibt Fußsohle genug Schutz für den Lauf auf steinigem Untergrund. Auf einfachen Waldwegen oder befestigten Oberflächen ist die Sohle unterfordert und zeigt erst auf weichem Boden und losem, feinem Gestein, was gripmäßig in ihr steckt.
Das Profil ist sehr speziell und besteht im Wesentlichen aus vereinzelten Erhebungen, die wie überdimensionale Zähne aussehen. Diese Zähne sind so geformt, dass sie sich in den Untergrund beißen und einen bemerkenswerten Grip geben. Einziger Schwachpunkt der Sohle ist nasser Asphalt. Hier gerät der Schuh schonmal gerne ins rutschen. Das hinkt aber genauso, als wenn ich mich bei einem Spike beschwere, er hätte doch zu wenig Dämpfung. Der Grit ist für das Gelände gedacht und nicht für den Asphalt. Das ist Fakt.

Der Schuh ist nicht schwerer als ein leichter Trainer (286g, US 9,5) bietet aber den Komfort eines deutlich schwereren Modells. Das leichte und luftige Obermaterial aus Mesh bietet dem Fuß eine gute Belüftung. Die auf das Obermaterial aufgesetzten Elemente halten den Mesh gut in Form und bieten den notwendigen Halt für den Lauf durch das Gelände. Für einen echten Trailschuh könnte die Zehenkappe noch mit einer stabilen Kunststoffkappe versehen sein, um den Zehen noch mehr Schutz zu bieten.

Zwischenstand

Ein Offroader ist bei uns erst zuende getestet, wenn wir ihn über eine unserer Halden gejagt haben. Hier findet sich beim Anstieg lockeres Geröll und anderer loser Untergrund. Beim Abstieg geht es die MTB Downhill Strecke (ohne Rampen :-) ) herunter, wo wir erwarten, dass der Schuh uns sicher und ohne Stürze die Halde hinunter bringt. Zum jetzigen Stand können wir aber schonmal festhalten, dass der Pure Grit abseits der Straße einen sehr guten und sicheren Eindruck macht. Dazu kommt das notwendige Maß an Komfort, dass auch lange Läufe ermöglicht. Der Freizeitschuh-Faktor ist nicht zu unterschätzen und bei längeren Strecken, die man zufuß zurücklegen muss, kann der sichere Halt dafür sorgen, dass der Fuß nicht so schnell ermüdet, wie bei normalen Schuhen.

2 Responses to “Pure Grit – Pure Offroad”

  1. Hallo Matthias,

    klasse Bericht – geht so richtig in die Tiefe. Sehr gut zu lesen!
    Hab meinen PureGrit erst wenige Tage und kann Deine Erfahrungen nur bestätigen. Hab übrigens die gleiche Farbe wie Du – finde sie sehr gelungen. Beim Trail-Running muss man nicht “immer” mit knalligen Farben auffallen.

    Viele Grüße
    Gerd

    Run Happy :-)

  2. Danke Gerd! Das Pure Project ist mir echt ans Herz gewachsen. Und ja, ich gestehe, dass ich mich gerne in Details verliere! ;)

    Viele Grüße aus dem Ruhrgebeat
    Matthias

    Run Happy

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