Brooks International
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Die letzten Wochen waren unter anderem von Laufpausen geprägt, aber mittlerweile kam ich doch dazu,  alle Sachen aus dem Brookstestpaket auf Herz und Nieren zu testen.

Mein absoluter Liebling ist der Racer T7, obwohl wir genau genommen so überhaupt nicht zueinander passen.

Mit nur 189g pro Schuh in meiner Größe 45 ist er nicht nur das absolute Leichtgewicht unter meinen Lauftretern, sondern unterbietet gleich sämtliche Fußbekleidungen inklusive der Zehenlatschen.

Die Teile sind heiß, flach und schnell-alles, was man von einem Wettkampfschuh erwartet.

Nun bin ich aber eher so der Typ mittelschwere Läuferin, die 10km unter einer Stunde schon als Wettkampf  bezeichnen muß.

Was kann ich also einem solchen Schuh abgewinnen?

Einiges.

Schuhe mit solch flacher Sprengung haben im Vergleich zu den Normalotrainern den Vorteil, daß man automatisch schneller läuft und die Anstrengung nicht spürt, weil man kleinere Schritte macht und der Puls niedriger bleibt.

Bei meinem ersten Lauf haben die Schuhe mich gleich dermaßen hin- und mitgerissen, daß ich mir vor lauter Übermut den Fuß verstaucht habe. Das verbuchen wir dann mal unter “durchdrehende Reifen”.

Als “Hochspanner” empfinde ich die seitliche Schnürung und das weiche Obermaterial als sehr angenehm, weil ich mir keine entlastenden Schnürungen einfallen lassen muß.

Das größte Plus und gleichzeitig das größte Minus sind, daß die Füße bei jedem Schritt zur Mitarbeit aufgefordert werden. Nichts wird geführt, gedämpft, geschont, gewischiwascht.

Meine zivilisationsverweichlichte Fußmuskulatur toleriert nur Läufe bis etwa 10km, danach wird es schmerzhaft.

Wenn ich die Schuhe aber wohldosiert einsetze, stärkt es die Füße dauerhaft und macht sie belastbarer.

Erfahrene Wettkämpfer brauchen nicht lange zu überlegen. Der Racer wird ihnen gefallen.

Aber auch Bummelläufer wie ich dürfen zumindest ein solches Leichtgewicht für lockere, kurze Läufe sozusagen als “Fußtrainer” im Schuhregal haben.

4 Responses to “Racer T7”

  1. din says:

    Schöner Bericht. Da freue ich mich ja schon auf meine! Wollte sie auch bei Wettkaempfen tragen und für mein Training. Scheint ja für beides sehr gut zu passen.

  2. Uwe says:

    Kein ernsthafter Laufschuhdealer hätte einer “mittelschweren Läuferin, die 10km unter einer Stunde schon als Wettkampf bezeichnen muß” einen derart ungedämpften Schuh mit so wenig Führung verkauft, allein schon, um sich nicht der versuchten Körperverletzung schuldig zu machen.

    Auch ich bin ein Freund des Natural Runnings und versuche meine Schuhauswahl in Richtung geringe Sprengung zu biegen. Aber irgendwo muss ich auch sehen, dass ich als bei meiner Länge “leichtschwerer”, “mitteltrainierter Läufer, der die 10km in 45min bewältigen kann” auf meinen Bewegungsapparat acht gebe und unnötige Überlastungen vermeide. Ohne ein wenig Dämpfung traue ich mich bei schnellen Läufen nicht auf die Straße.

    Diesen Lifestyle-Trend völlig undifferenziert jeden schwach gedämpften Schuh gleich als Non-Plus-Ultra-Schuh für gesunde Fußmuskulatur finde ich sehr bedenklich. Der Fuß ist schließlich nur ein kleiner Teil des Bewegungsapparates und was nützt mir eine tolle Fußmuskulatur, wenn die Knie im Eimer sind.

    Ich habe den T7 Racer erst gestern wieder in der Hand gehabt und mich innerlich von denjenigen Sprintern verneigt, die diese Granate anziehen können. Für Otto-Normal-Läufer ist dieser Schuh meiner Meinung nach nix. Und so wird es auch ein ewiges Rätsel von Brooks bleiben, warum ausgerechnet die schnelle Din zum Testen den Launch bekommen hat (übrigens auch mein favorisierter Wettkampfschuh) und Eva den T7 Racer. Vielleicht habt Ihr (Brooks) die Kartons vertauscht?

    Ich glaube auch nicht, dass der Racer ein guter Schuh für kurze, schnelle Einheiten zur Stärkung der Fußmuskulatur ist. Für solche Fälle gibt es den Green Silence oder die Pure-Serie, die etwas besser gedämpft sind und mehr Führung bieten.

    Die Formel geringe Sprengung = schneller + höhere Frequenz + niedriger Puls + geringere Anstrengung finde ich ja höchst amüsant. Ja, gute Läufer erreichen höhere Geschwindigkeiten eher durch höhere Schrittfrequenz als durch längere Schritte. Aber dass das weniger anstrengend ist und der Puls dadurch runtergeht, halte ich doch für eine sehr gewagte Theorie. Dann müsste ich ja ein Barfußläufer wegen null Sprengung schon bei Ruhepuls hyperschnell sein. Laufen mit hoher Frequenz ist und bleibt anstrengend. Und es ist sicherlich vom Trainingszustand und der Konstitution des Läufers abhängig, in wie weit sich die hohe Frequenz auf seinen Puls niederschlägt.

    Lauf weiter schön vorsichtig und bleib gesund
    Uwe

  3. Hey Uwe,

    vorweg: ich bin kein Profi, kein Arzt; nur Läufer. Ich setze gesunden Menschenverstand und Selbsteinschätzung voraus, die Du ja auch an den Tag legst.

    Natürlich stelle ich als langsame Läuferin viel schneller und direkter Veränderungen an mir fest (auch durch anderes Schuhwerk) wie ein Läufer, der annähernd austrainiert an seinem Leistungslimit läuft, aber den Pulsabfall und die kleineren Schritte bemerke ich direkt. Das ist kein Shishi und wenn ich gar barfuß laufe, was meine Füße aber nur wenige hundert Meter auf der Bahn zulassen, ist es nochmal eindeutiger.

    Den Racer hätte ich mir selbst auch nicht gekauft. Als leichten Schuh habe ich schon den Green Silence. Da ich ihn aber nun mal zum Testen bekommen habe…

    Schönes Wochenende!
    Eva

  4. Liebe Eva,
    Hallo Uwe,

    macht schon fast etwas Spaß Eure Kommentare zu lesen :-)

    Als erstes möchte ich feststellen, dass wir wahrscheinlich alle keine Spitzensportler sind und das ein kaufmännisch denkendes und erfolgsorientiertes Unternehmen wie Brooks sicher bei der Entwicklung und Vertrieb seiner Laufschuhe an die breite Masse denkt – zu der wir sicherlich gehören. Warum soll dann nicht auch Eva einen T7 Racer haben?

    Genau wie Eva hab auch ich den ganz großen Vorteil, dass ich den T7 Racer nicht nur in den Händen gehalten habe – sondern auch im Schuhregal stehen hab. Nein, ich habe diese Rakete nicht im Testpacket gehabt, sondern hab sie mir ganz normal im Onlineshop bestellt (siehe mein Bericht).

    Auch wenn ich die 10 Kilometer deutlich unter 40 Minuten laufe, sehe auch ich mich als Otto-Normal-Läufer. Dann ist es noch so, dass ich Läufer kenne, die mit schweren gestützten sowie stabilen Laufschuhen nochmal 10 Minuten schneller laufen als ich. Da muss man sich doch fragen – Was ist jetzt richtig oder falsch?

    Ich für meinen Teil denke dass es kein richtig oder falsch gibt. Hauptsache ist, dass man sich in seinen Laufschuhen wohl fühlt und Spaß damit hat.
    Leider hab auch ich schon Schuhe gehabt, mit denen ich nicht klar gekommen bin. Soll ich Euch nun ein Geheimnis verraten?
    Ich hab sie einfach nicht mehr getragen oder hab sie wieder zurück in den Laufladen gebracht.

    Wenn ich aber den Bericht von Eva lese, erkenn ich auf jeden Fall ne Menge Spaß – und sie schreibt doch irgendetwas von „WOHLDOSIERT“! Na klar – das ist doch die Lösung, oder nicht?

    Ach ja, da hat doch Uwe noch was von Knie die im Eimer sind geschrieben.

    Das Buch Born To Run:
    E. Frederick, der Leiter der Forschungsabteilung von Nike berichtet bei einer Jahrestagung:
    >> Bei Testpersonen, die harte und weiche Schuhe ausprobierten, wurde kein Unterschied bei den Aufprallkräften festgestellt und seltsamerweise war der zweite, auf der Vorwärtsbewegung bezogene Spitzenwert bei der vertikalen Bodenreaktionskraft bei weichen Schuhen HÖHER. Der Schutz ist umso geringer je weicher der Schuh ist.<<

    Kann ich nur bestätigen. Wenn man regelmäßig mit solchen Schuhen Läuft – wohldosiert – verändert sich die Landung.

    War ich doch früher ein Fersen Läufer – so wurde ich durch flache und harte Laufschuhe zum Mittelfuß Läufer.

    Seitdem ist Schluss mit Knieproblemen, da ich nicht mehr auf der harte Ferse lande, sondern auf dem weichen Mittelfuß. Da muss man auch nicht rum Diskutieren, das sind meine eigenen Erfahrungen aus vielen Tausend Laufkilometern.

    Denke, die haben da Brooks schon alles richtig gemacht – oder nicht?

    Run Happy
    Euer Gerd

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